Puneh Motii-Tavakkoly wird 2017 als „Herausragende Persönlichkeit mit Migrationshintergrund“ in der Paulskirche ausgezeichnet

Puneh Motii-Tavakkoly, der aus Teheran/Iran stammenden Dozentin für Mathematik und Informatik am Studienkolleg Frankfurt am Main und früher selbst Absolventin desselben Studienkollegs, wurde am 12. Dezember 2017 in der Paulskirche in einem feierlichen Festakt aus den Händen des Oberbürgermeisters Peter Feldmann und des KAV-Vorsitzenden Jumas Medoff eine Urkunde mit der Würdigung als „Herausragende Persönlichkeit mit Migrationshintergrund“ verliehen.

Bereits 2016 waren zwei StudienkollegiatInnen mit diesem Preis ausgezeichnet worden. Mit Puneh Motii-Tavakkoly wurde nun jedoch die erste migrantische Lehrkraft am Internationalen Studienzentrum Frankfurt am Main, dem das Studienkolleg angehört, für ihre außerordentlich gelungene Integrationsleistung sowie ihr soziales Engagement gewürdigt. Nach ihrem erfolgreich absolvierten Studium der Ingenieursinformatik an der FH Frankfurt am Main arbeitete sie zunächst als Programmiererin, bevor sie 2010 ihre bis heute andauernde Lehrtätigkeit am Studienkolleg aufnahm, wo sie auch seit 2016 gewählte Vertrauenslehrerin ist. Darüber hinaus ist sie aktives Mitglied im Verein zur Förderung ausländischer Studierender in Not und ehrenamtliche Betreuerin von Geflüchteten an ihrem Wohnort.

Puneh Tavakkoly war mit dieser Ehrung eine von 37 eingewanderten FrankfurterInnen, die von der „Kommunalen Ausländerinnen- und Ausländervertretung der Stadt Frankfurt am Main“ (KAV) für diese Preisverleihung sorgsam ausgewählt worden waren. Erdacht wurde das Konzept dieser Auszeichnung ebenfalls von der „Kommunalen Ausländerinnen- und Ausländervertretung der Stadt Frankfurt am Main“. Sie ist ein politisches Gremium, das die Belange der ausländischen EinwohnerInnen der Gemeinde im Stadtparlament aktiv vertritt, eine beratende Funktion innehat und darüber hinaus viele Aktivitäten entfaltet.

Die Preisverleihung fand an einem historisch bedeutsamen Ort statt: Die Paulskirche als Sitz der ersten frei gewählten Volksvertretung 1848/49 symbolisiert seit 170 Jahren den Kampf um demokratische Freiheiten und Rechte in diesem Land. Vor 25 geladenen VertreterInnen aus Politik und Kultur sowie 500 Gästen hielt Oberbürgermeister Peter Feldmann eine engagierte Rede, in der er nicht nur auf Frankfurt als Heimat für Menschen aus 177 Nationen, sondern auch auf die Einwanderungsgeschichte seiner eigenen Familie verwies. Er dankte der KAV ausdrücklich, mit ihrer Preisverleihung besonders die individuellen Leistungen der ausgewählten ImmigrantInnen in den Fokus der Stadtgesellschaft zu rücken. Nach einer weiteren Ansprache von Jumas Medoff, dem gewählten Vorsitzenden der KAV, begann die Ehrung der 37 Auserwählten, indem er jede einzelne Person mit einer kurzen Biographie vorstellte und den PreisträgerInnen gemeinsam mit der Dezernentin für Integration und Bildung der Stadt Frankfurt, Sylvia Weber, unter stürmischem Applaus aller Anwesenden ihre Urkunden feierlich überreichte.

Der Festakt endete mit einem Umtrunk und drei von der KAV organisierten Buffets, an denen selbstgemachte bulgarische, pakistanische und usbekische Spezialitäten serviert wurden.

Auch in dem von der KAV pünktlich zu dem Festakt herausgegebenen Büchlein „Herausragende Persönlichkeiten mit Migrationshintergrund 2017“ wird Puneh Tavakkoly mit Foto und Lebensleistung als Preisträgerin präsentiert.

Marianne Kröger